wenn schwarz zu weiß wird

Wenn aus Pechmarie  die Goldmarie wird und aus Mitleid ein Mitgefühl entsteht! Befreiung! So in etwas ist das gerade bei mir. Ewig ewig lange habe ich mich so gerne und so erfolgreich und gewinnbringend für mein Egoteufelchen  in der Rolle der Pechmarie zuhause gefühlt, ganz besonders im Vergleich zu den ganzen erfolgreichen und schönen Goldmaries. Alles für mich negativ empfundene war eh schon vorher klar, klar dass das nicht gut enden kann. Angefangen in der Pubertät als Spätzünderin, nur dem Realschulabschluss weil ich fürs Gymnasium eh zu dumm war, die ätzende Berufswahl, alle studierten und ich wurde nur Krankenschwester, alle hatten voll viele Freunde und waren natürlich überall beliebt, ich selbstverständlich nicht, für alle interessierten sich voll viele Jungs, für mich selbstverständlich nicht, alle schafften es glücklich zu sein, ich selbstverständlich (!!!) nicht. Und die Aufzählung könnte noch weiter gehen und du kannst bestimmt noch ganz viel (oder wenig;) )  individuelles hinzufügen! Alles in allem: ziemlich anstrengend und erschöpfend. Woher soll man da Mut und Motivation nehmen? Puh! Echt schwierig! Nach wirklich vielen Jahren gezeichnet durch dieses Gedankenmuster , einigen Tiefgängen und unendlich vielen Jammerrunden ( einen Herzensdank an alle die das ausgehalten haben) bin ich durch viele Stunden mit mir ganz alleine, Meditation, lesen und zuhören endlich an dem Punkt angekommen an dem das Pech in großen Klecksen abfällt, aus der schwarzen Sicht ins dunkle ein helles weißes Licht blendet. Wirkt zunächst wie ein Zaubertraum ( das Wort ist so schön, hab ich vorgestern im Buddhistischen Zentrum Bonn aus einem Gespräch aufgefangen:) ) ! Muss aber kein Traum sein! Auch für dich nicht! Wenn wir alle, jeder für sich, alle Dinge die uns widerfahren, mögen sie noch so dunkel sein, als wertvolle Erfahrung erkennen, eine Erfahrung die für uns bestimmt ist um an ihr zu wachsen, dann können wir alle Dankbarkeit entwickeln und mit dieser Erfahrung mehr und dem positiven Gefühl der Dankbarkeit weiter auf dem Lebensweg laufen, hüpfen, springen und Räder schlagen. Natürlich heißt das nicht das uns nach der goldenen Erkenntnis kein Regen mehr begegnet, keine schwarzer Tunnel, kein Verkaufsgenie der uns das Pechmariekostüm aufdrängen will, aber wir können dann mit dem Naja-ist-ja-nur-Wasser-Gedanken nass werden, durch den Tunnel mit kindlicher Spannung gehen und dem Verkäufer freundlich "Nein danke, hatte ich schon, steht mir nicht!" sagen. Das Leben ist kein Ponyhof! Es ist ne Achterbahn! Und wenn's runter geht, dann wirf die Arme hoch! Dabei geht es nicht darum die dunklen Momente als "wow! mega! zu erleben, aber darum, sich nicht selber zu bemitleiden sondern sich in dieser Situation anzunehmen mit all dem Schlamassel und Emotionen in die Richtung des Mitgefühl zu lenken, die Situation annehmen wie sie ist, "Ja!" zu sagen. Natürlich dürfen wir traurig sein, wütend und müde. Doch soviel einfacher um wieder in die Motivation zu kommen ist es, wenn wir diese Gefühle annehmen als zeitlich begrenzen Zustand, uns selber zulächeln, in den Arm nehmen und somit liebevolle Wege zu finden die uns dort wieder heraus leben lassen.

 

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