die geduld

Geduld? Geduld! Was steckt für dich dahinter? Kennst du sie, trägst du immer bei dir? In jeder Lebenslage. Wenn du auf eine Antwort wartest oder die Pizza im Ofen, die Bahn, ein Paket, das Wochenende oder den Urlaub, den richtigen Moment, wenn du in der Schlange an der Kasse stehst und der Mensch vor dir in mühevoller Kleinstarbeit centgenau zahlen möchte und das Portemonnaie Kopf stellt oder du in der Warteschleife am Telefon hängst, deine Verabredung zu spät kommt oder der Kellner im Café auf sich warten lässt und so weiter und immer so weiter...

Also ich trage die nicht immer bei mir! Ich glaube das ist mitunter ein gesellschaftliches Problem, uns wurde antrainiert immer pünktlich zu sein, wir hetzen von A nach B und nehmen oft den einzelnen Moment nicht wahr. Wie blöd! Denn in denen kann so viel wunderschönes stecken. Bewusst ist mir das erneut auf meiner letzten Reise durch Costa Rica geworden. Ich bin mit dem Rucksack gereist und habe nur öffentliche Verkehrsmittel  genutzt oder habe mich per Anhalter vorgearbeitet. Für eine Strecke von 250km habe ich zwölf Stunden gebraucht und fünf Busse genutzt. Beim trampen ist das nicht anders, du weißt nie wann jemand anhält und dich mitnimmt. Die perfekte Gelegenheit um sich in Geduld zu üben, einfach mal abwarten. Das Verrückte ist, dass diese Geduld in vielen Ländern zur Tagesordnung gehört. Keiner beklagt sich wenn der Bus nicht kommt bzw. irgendwann anstatt sofort. Dann wartet man eben, easy! Noch viel extremer habe ich das in Ghana erlebt, ich glaube, dort existiert überhaupt keine Zeit bis auf Tag und Nacht. Da gab es nicht ansatzweise irgendwelche unnötigen Busfahrpläne mit Abfahrtszeiten. Vielleicht existiert dieses Wort dort nicht. Wie frei! Als ich dort war (2008)  kam ich frisch aus meiner Ausbildung zur Krankenschwester, rennen und ständig die Uhr im Kopf habe ich mir also gezwungenermaßen antrainiert und gehörte zum Standard. Hundertprozentig ist das in endlos vielen anderen Jobs auch so. Kennst du das aus deinem? Furchtbar oder? Naja als ich dann dort war und in einem Waisenhaus gearbeitet habe bin ich den ghanaischen Kollegen nahezu weggerannt. Immer 300 m voraus! Meine Güte dachte ich, kaum auszuhalten. Innerhalb kurzer Zeit passte ich mich dem Tempo zwar an, hatte jedoch anfänglich damit zu kämpfen während dem "schleichen" nicht einzuschlafen. Aber dann wurde es wunderbar!

Diese Geduld wünsche ich mir jetzt zurück! Das ist in Bearbeitung! Geduldig zu bleiben bei all den Telefonaten mit dem

Arbeitsamt und der Krankenkasse, geduldig die Antwort abzuwarten bezüglich der Frage womit ich demnächst mein Geld verdiene und welche Aus-/ Weiterbildung ich starte, wo und  wann. Geduldig auf den passenden Deckel zu warten, denn ich hab mal gehört,dass es zu jedem Topf den passenden gibt. Irgendwo!;) Einfach mal abwarten und  ´Tee trinken, sich gemütlich zurück lehnen und schauen was passiert. Mein Vorhaben!

 

Geduld! Eigentlich so ein tolles Geschenk für alle die es annehmen. Möchtest du es haben? Denk mal drüber nach, wo bist du geduldig und wo überhaupt nicht? Was stresst dich? Wann könntest du ausflippen? So viel Lebensenergie die uns da verloren geht.

Aber wie kam ich dazu über Geduld nachzudenken? Gestern habe ich von einem lieben Menschen ein wunderschönes Gedicht geschickt bekommen. Ich möchte es hier gerne mit euch teilen!

 

Über die Geduld (von Rainer Maria Rilke)

 

Man muss den Dingen

die eigene, stille

ungestörte Entwicklung lassen,

die tief von innen kommt

und durch nichts gedrängt

oder beschleunigt werden kann,

alles ist austragen- und dann gebären...

 

Reifen wie der Baum,

der seine Säfte nicht drängt

und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,

ohne Angst,

dass dahinter kein Sommer kommen könnte.

 

Er kommt doch!

 

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,

die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,

so sorglos, still und weit...

 

Man muss Geduld haben

 

Mit dem Ungelösten im Herzen,

und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben,

und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache

geschrieben sind.

 

Es handelt sich darum, alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,

ohne es zu merken,

eines fremden Tages

in die Antworten hinein.

 

 

Ich freue  ich sehr wenn du deine Gedanken mit mir teilst!

Alles liebe und einen schönen Tag:)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hele. (Dienstag, 05 Dezember 2017 13:59)

    Liebe Anne, wie schön! Ich mag deine Texte udn Gedanken. Mir ist noch etwas dazu eingefallen: Nicht nur Geduld, auch Vertrauen bringt einer/m die innere Ruhe, nach der wir uns denke ich alle sehnen...
    Vertrauen in sich selbst.
    Alles Liebe für dich

  • #2

    Ich (Dienstag, 05 Dezember 2017 14:08)

    Ganz lieben Dank für deinen Kommentar!!VERTRAUEN!Ja!Ein wertvolles Hilfsmittel�