Bin ich komisch?

Kennst du das Gefühl wenn du dich am liebsten verkrümeln würdest! Wenn dir die ganze Welt draußen zu viel wird. All die Menschen die du siehst, mit denen du dich vergleichen könntest oder das im blödesten Fall auch tust. Ganz besonders wenn du in die Welt von Facebook, Instagram etc. spinkst. Du wirst vor deinem eigenen "Ich" immer kleiner, unwichtiger, bedeutungsloser, hoffnungsloser...Du bewunderst all die Menschen da draußen die die tollsten Dinge erschaffen, scheinbar unglaublich gut darin sind neue Kontakte zu knüpfen, scheinbar Freude dabei verspüren abends aus zu gehen. Umzingelt  von Menschenmengen, lauter Musik und Konsum. Wenn du alleine mit dir bist, dann spürst du Frieden und Ruhe, doch sobald zu viel auf dich einprasselt passiert das oben genannte. Dir kommt es vor, dass all die Reize dich überfluten, ausbrennen, überfordern, du weißt nicht all das zu deuten und zu verarbeiten. Die Flucht in dein Zuhause scheint dir die beste Lösung. Du liebst es ganz einfach alleine zu sein und wenn du Leute triffst, dann am liebsten nicht zu viele auf einmal und nur solche mit denen du deine Gedanken größtenteils teilen kannst und du dich für diese nicht schämen musst, du nicht das Gefühl hast belächelt zu werden oder als zu nachdenklich, etwas komisch, eben nicht dem Mainstream entsprechen... abgestempelt zu werden. Das du nicht dem Mainstream entsprichst der gerne ausgelassen in Clubs feiert, Samstagabend weg geht weils eben Samstag ist und man das dann so macht, oberflächliche Gespräche führt, sich regelmäßig betrinkt weils lustig ist und es alle machen, von einem Kaffeetreffen zum nächsten spurtet aus Angst sonst vergessen zu werden...das alles weißt du ja und das muss dir keiner bestätigen. 

Das alles wird mir heute wieder so deutlich, es ist Sonntag, es schneit. Wunderschön! Ich alleine Zuhause mit Tee, dem Laptop auf dem Schoß, nach einer Runde Yoga und Meditation bei schöner Musik und Kerzenschein. Himmlisch! Aber auch ein Moment, in dem ich zum nachdenken komme. Wenn der Körper mit seinem Geist zu dieser Ruhe kommt, dann kommen auch diese Fragen auf. Wohin führt mich mein Weg? Wie geht es weiter? Werde ich irgendwann den Alltag haben den ich mir so wünsche? Werde ich mal eine Familie haben? Möchte ich wirklich keine Kinder oder rede ich mir das nur ein? Kann ich jemals wieder einem Mann vertrauen? Wer bin ich wirklich? Spiele ich mir doch manchmal etwas vor?...

Ich schaue aus dem Fenster! Schneeflocken fallen, Gedanken kommen und gehen. Ein heiliger Moment! Ein friedlicher Moment.

 

Nein, ich bin nicht Mainstream, bin kein "Normalmensch" ( so benennt Robert Betz diese Mainstreamleute), ich bin gerne alleine, höre mir selber gerne zu, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist und ein bisschen traurig stimmt. Ich lerne mich jeden besser kennen. Ich finde es nicht komisch am Samstagabend nach einer Thekenschicht um halb zwölf Zuhause gewesen zu sein weil ich Sehnsucht nach meiner Wärmflasche und einem Buch hatte, mir das liebe war als durch die kalte Stadt zu laufen und auf ausgelassen Menschenmengen zu stoßen.

 

Ich bin dankbar dafür, diese Klarheit und Stärke zu besitzen und mir und den Bedürfnissen treu zu bleiben. Trotz der Zweifel die diesbezüglich gerne hin und wieder auftreten.

 

Kennst du das so oder ähnlich?

Ich wünsche dir Dankbarkeit und Frieden und einen schönen Tag, egal wann du das ließt.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Steffi (Freitag, 15 Dezember 2017 10:46)

    Ein wunderschöner Blogartikel, in dem sich glaube ich viele Menschen wiederfinden. Man merkst, dass hier eigene Erfahrungen und viel Herzblut drinstecken. Danke liebe Anne, dass du das mit der Welt teilst.

    Die Fragen, die der Artikel aufwirft, darf sich jeder einmal stellen, denn sie sind sehr heilsam: Was ist schon normal? Und: Wo darf ich etwas Zeit mit mir alleine verbringen und mich selbst besser kennen lernen? Wunderschön, wie dieser Artikel dazu anregt, sich diese Fragen einmal zu stellen und nach und nach in der Stille Antworten zu finden.