Wie schön noch hier zu sein

Ja! Dieser dankbare Gedanken wurde heute morgen so sehr spürbar während ich am Bahnhof stand und auf meinen Zug wartete der mich zu meiner Familie bringen sollte.

Als ich die durchrasenden und anfahrenden Züge beobachtete, wurde mein Blick starr, ich driftete mit meinen Gedanken zu den Erinnerung an damals. Vor nunmehr fast zehn Jahren litt ich im Wechsel unter magersüchtigen und bulimischen Phasen und das über einen Zeitraum von fast fünf Jahren.

Natürlich, und vielleicht kennst du das von dir wenn du auch betroffen bist oder in deiner Vergangenheit warst, litt meine Psyche sehr darunter. Niemand mit einem gesunden Maß an Selbstliebe, Selbstwert und Selbstmitgefühl lässt sich von einer Essstörung in diesem Maße beherrschen. Du bist nicht mehr du, deine Essstörung ist dein sein. Fesseln legen sich um dich und du weißt nicht mehr wer du bist, welches Potenzial in dir steckt, wer du realistisch sein willst, ...ich wusste wirklich nichts mehr. War ferngesteuert von gesellschaftlichen Normen und Werten denen ich mich irgendwie anpassen wollte um unauffällig zu funktionieren. 

Ich hatte mich verloren! 

Und da ich nicht mehr wusste wer ich bin, wer ich sein möchte und überhaupt keine Freude, kein Glück und keine Liebe mehr spürte, nur Angst zu versagen, abgelehnt zu werden, nicht anerkannt zu werden und vor allem zuzunehmen, war die Sehnsucht nicht mehr zu leiden zeitweise wirklich groß. Das Leben war nichts fröhliches mehr, nichts wofür ich dankbar sein konnte. Stattdessen war es eine Qual jeden Tag die schwarze Wolke über mir auszuhalten, eine Mühe vor Mitmenschen genau das nicht in Vollständigkeit zu zeigen und ein Drama mich zu sehen, im Spiegel, im Schaufenster welches mich spiegelte wenn ich durch die Stadt lief, auf Fotos (mit Fotos habe ich bis heute ein Problem, darum gibt es auch kaum welche von mir) ...

Als ich damals an Bahnhöfen stand, so wie heute morgen, spürte ich bei jedem anfahrenden Zug eine Sehnsucht einfach davor zu springen, diesem ganzen Leiden in diesem Leben ein Ende zu geben. 

Es war ein schönes  Gefühl bei Gedanken vom Sprung in die Freiheit! 

Heute bin ich so unfassbar glücklich, dass ein kleiner Funke Hoffnung, der scheinbar da war obwohl ich ihn nicht bewusst wahrgenommen habe, mich genau davon abgehalten hat.

Das Leben ist ein Geschenk. Jeder schwarze Tunnel hat einen Ausgang,sei er noch so lang.

Verschenke dein Leben nicht an Gedanken die dich nicht wertschätzen und die daraus entstehende Gefühle.

Du darfst all diese haben, doch mach sie nicht zu Herrschern deines wahren Seins. Du darfst sie annehmen, wahrnehmen, erforschen und liebevoll loslassen. Das ist so schön! 

Einfach ist das alles sicherlich nicht, ich weiß, und das geht nicht von heute auf morgen, doch sei geduldig und bereit den Weg zu deiner tollsten Version deiner selbst zu gehen, erst in schleichenden Schritten welche mit ein bisschen Zeit immer geerdeter und größer werden.

Du selbst bist der wichtigste Mensch den du hast! 

Schön das du hier bist! Schön das ich noch hier bin!

 

Alles Liebe und einen wertvollen Tag für dich!

 

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