Berge besteigen.

Wir können alle Berge besteigen durch den Glauben an unsere eigene Kraft!

Und so sitze ich hier, eingewickelt in eine Decke und der Wärmflasche unter dem Pulli auf dem Balkon, es ist kalt, aber schön, und der Berg der endlich von mir bestiegen werden möchte wartet und ruft mir zu.

 

Ohje! Kennst du das? Du weiß das dort eine Sache ist die erledigt werden möchte und du tust nahezu alles um genau dieser aus dem Weg zu gehen. 

Ein ganz simples Beispiel ist, und das kennen wir glaube ich alle, wenn du für dein Studium/ Arbeit oder auch die Schule, eine Schriftaufgabe zu erledigen hast oder etwas recherchieren sollst (...). Alles scheint wichtiger, putzen, einkaufen, Wäsche waschen, Kuchen backen,die Liste ist lang.

Aber warum ist das so? Gestern habe ich mit einer Freundin grob über dieses Thema gesprochen, wir saßen im Café und wollten beide nicht Heim gehen weil wir wussten das dort Dinge auf uns warten die wir uns eigentlich vorgenommen haben zu erledigen, doch plötzlich ist die Lust daran verloren. Liegt das dem kleinen Unterschied zwischen "müssen" und "möchten" (lese "Ist möchten wie müssen nur schöner?" zugrunde?

Meine Antwort: Ja! 

Noch so wundervolle Dinge werden zur Last sobald sie mit dem Wort "müssen" in Verbindung treten, vielleicht erinnerst du dich auch an all die vermeintlich blöden Bücher in der Schule die als Pflichtlektüre galten. Das noch so interessante Buch wurde zum Feind.

 

Und genau so verhält es sich vermutlich auch mit den kleinen und größeren Bergen auf unserem Lebensweg.

Es gibt Aufgaben die erledigt werden möchten an denen letztlich kein Weg dran vorbei führt.

Bei mir besteht die jetzt Aufgabe darin, mich endlich meiner immer wiederkehrenden Depression zu stellen anstatt immer wieder erfolgreich wegzurennen. 

Wie oft stand ich schon vor diesem Berg welcher mich zur Erforschung und Heilung dieser einlud?

Oft! Bisher bin ich diesem erfolgreich gewischen indem ich mich ablenkte mit kleinen und großen Projekten welche das kleine Depriwesen in mir wieder zum schlummern brachten. Im Grunde garnicht übel, doch ist es unschwer zu erkennen, dass dieses kleine Wesen in mir zu mir gehört und seit Jahren nach Aufmerksamkeit ruft, mal leise und dann wieder lauter. Es liebt sich selber, möchte gesehen und gehört werden um dann weiterzuziehen und meine Seele als vorübergehendes Zuhause zu verlassen.

Natürlich ist dieser Berg von unten betrachtet nicht wirklich attraktiv, vermutlich erwarten mich Steinwege, kalte Winde, ungemütliche Schlafstätten und eine etwas karge Landschaft. 

Was tun? Wieder nach Umwegen suchen und finden, welche sich wieder als Sackgassen zu erkennen geben und mich an den Punkt zurück führen von welchem ich aus startete, genau dort, am Fuße des Berges?!

Nein, der Zeitpunkt ist gekommen an dem geklettert wird, einmal nach ganz oben um dann den Blick ins weite Tal auf der anderen Seite zu genießen welches mir als meine Zukunft zu Füßen liegt. 

Heute weiß ich noch nicht wie es dort genau aussieht, ich kann es mir imaginär ausmalen und den Rucksack demnach packen. Dinge aus der Vergangenheit die mir nützlich scheinen nehm ich mit, anderes hingegen lasse ich hier, denn, so hat schon Silbermond gesungen "Es reist sich besser mit leichtem Gepäck..."

Aufjedenfall wird Liebe eingepackt, aber auch Angst darf mit. Denn, Angst ist nicht prinzipiell schlecht. Auch Angst ist eine Form der Liebe die es häufig gut mit uns meint um uns zu beschützen. Und wenn wir der Angst trotzdem, trotzdem machen, dann ist das Mut. Und ja! Mut wird auch eingepackt.

 

Und wenn wir einmal geklettert sind, dann wissen wir wie es geht und all die Berge die noch kommen erscheinen uns hab so machtvoll und in diesem Sinne wünsche ich auch dir eine wunderbare Reise über deinen persönlichen Berg.

 

Alles Liebe!

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kleine (Dienstag, 16 Januar 2018)

    Wunderschöne Metaphern!!

  • #2

    Jörg Buneru (Freitag, 19 Januar 2018 06:26)

    Da sind wir Menschen uns alle so unglaublich ähnlich und da tut es unglaublich gut wenn ein Mensch es aufschreibt. Danke Anne