offline.

Offline! Flugmodus! Handy aus! Einfach mal auf stumm schalten. Nicht da für andere. Bloß für mich. 

Kein warten auf Antworten. Kein warten auf Einladungen und Herz-Emojis. Keine Inspirationen und Motivations- sowie Wohlfühlzitate von Instagram. 

Seit ich vor etwas mehr als einer Woche offline bei meiner Schwester war und sie und ihr Partner mir wieder ein Beispiel für ein Leben fast ohne Handy waren, habe ich mich entschlossen dem auch näher zu kommen.

Alles bedurfte etwas Vorbereitung. Ein altmodischer Wecker wurde gekauft um das Handy nicht mehr als solchen nutzen zu müssen. Handy hat Bettverbot!

Meine Armbanduhr wurde mit einer neuen Batterie ausgestattet um für den Uhrzeitcheck den Blick aufs Handy meiden zu können. Bereits zwei Dinge die mir Freiheit schenken. Kurz vorm Schlafen ist das Handy schon fernab, selbst im Schlafmodus und in einer anderen Ecke der Wohnung platziert. Um auch unterwegs die ach so wichtige Zeit immer im Blick haben zu können muss das Handy nicht mehr mit und darf stattdessen auch mal Zuhause bleiben. 

Ja! Ich bin dann einfach mal nicht erreichbar. So war es damals doch immer, wobei auch unsre Eltern und Großeltern sind durch soziale Isolation nicht umgekommen sind.

 

Doch was genau trieb mich dazu?

Da ich mich derzeit hauptberuflich mit mir selber beschäftige, erforsche und so wie ich bin und werde lieben lerne während andere den Jobs nachgehen, verbringe ich ohne viel dafür tun zu müssen recht viel Zeit alleine.

Darüber möchte ich mich auch garnicht beklagen.

Nichts desto trotz kommen und gehen auch jetzt Gedanken bezüglich wer mich mag, wer an mich denkt, wer Interesse an mir hat, wer Zeit für mich hätte...- ganz einfach diese Aufmerksamkeit die wir alle denke ich ganz gerne empfangen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das sehr viele kennen!

Schon komisch wenn sich mal niemand meldet oder keine Antwort kommt.

Also meine Stimmung lässt sich davon schon hin und wieder beeinflussen!

So denke ich auch an eine Story die mir ein Freund erzählte. So war eine Freundin von ihm im Handyshop weil sie dachte ihr Handy sei kaputt. Seit zwei Tagen können sie keine Nachrichten mehr empfangen! Der Mitarbeiter schaute sich die Angelegenheit an und fand keinen Fehler. So sendete er ihr eine Testnachricht, und siehe da- Nachricht kam an. Für den Mitarbeiter war der Fall damit gelöst, niemand hat ihr in den vergangenen Tagen geschrieben! Für sie war das unvorstellbar und die Stimmung litt dementsprechend darunter.

Verrückt! Doch wirklich sonderbar ist diese Reaktion nicht-oder?

 

Ich, du, wir alle machen uns doch, wenn auch nur zeitweise, ganz schön Abhängig von Aufmerksamkeiten anderer.

Genauso ist es doch, und ich empfinde das schon lange als wirklich störend und respektlos, wenn sich zwei Unterhalten, beispielsweise im Café, und die Handys liegen auf dem Tisch. Zwischendurch werden nachrichten empfangenen beantwortet, unwichtige Anrufe entgegengenommen. Meines Erachtens ist das der totale Sozialkiller!

Wenn ich mit dir rede, dann rede ich mit dir und höre dir zu! Genauso erwarte ich es andersherum.

So sollte es doch sein, so würde jeder die Aufmerksamkeit bekommen die ihm zusteht.

Ausgeschlossen sind natürlich wirklich wichtige Telefonate etc. und auch ich möchte mich hier nicht als Heilige darstellen die dem stets treu nachkommt. da ist definitiv Potential nach oben und der Flugmodus soll behilflich sein.

 

Und wie sieht es in der Straßenbahn aus? Kommen da noch Kontakte zustande? Also außer die Kontakte zu nicht anwesenden Personen sind die ortsgebundenen doch nahezu ausgeschlossen. Ohne Handy in der Hand fühlt man sich fast unbeobachtet, könnte vermutlich ewig in der Nase popeln ohne dabei beobachtet beziehungsweise schief angeschaut zu werden. Mmh...wäre eigentlich mal ein witziger Test!

 

Was ist wenn die Person der Begierde nicht antwortet, sich nicht meldet, oder die Verabredung bis zehn Minuten vor vorgeschlagener Zeit immer noch kein ok! gegeben hat?

Früher saßen unsere Mütter wartend vor dem Telefon, wir nehmen heute das Handy mit zur Toilette oder erwischen uns unterwegs bei +/- fünfminütigen checken des kleinen Symbols oben links im Bildschirm.

Herrje! Ein Drama der Abhängigkeit! 

 

Und was vergessen wir dabei? Was verlieren wir?

Das Bewusstsein für den eigentlichen Moment. Die Wahrnehmung für das was im außen geschieht. Das Sein im löblichen Hier & Jetzt. 

 

Dem möchte ich mehr und mehr aus dem Weg gehen, beziehungsweise mich wie ein Raucher von Zigaretten, von der Kontrolle und Abhängigkeit entziehen. 

Mehr bei mir sein, Emotionen weniger von Aufmerksamkeit steuern lassen.

 

Ich bin gespannt!

 

Alles Liebe für dich und vielleicht viel Freude im Flugmodus... :-)

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0